Demokraten können erstmals gemeinsame Sprache gegenüber geplanten Nazi-Aufmärschen in Dresden finden

26. Januar 2012  Demo, Innenpolitik

Zur Landtagsdiskussion um den Umgang mit Nazi-Umtrieben am 13. Februar in Dresden:

Die Voraussetzungen sind so gut wie nie noch nie, dass die Demokraten eine gemeinsame Sprache gegen die geplanten Aufmärsche der Nazis finden. Endlich wurde in der Stadt Dresden die Sprachlosigkeit überwunden, es gab einen Runden Tisch mit dem Moderator Frank Richter, vor dem ich großen Respekt habe, angesichts dessen, was er geleistet hat. Dabei waren noch nicht mal alle relevanten Gruppen Teilnehmer/innen an den Gesprächsrunden, ich denke insbesondere an das Aktionsbündnis „Dresden Nazifrei“. Hier sind also noch Reserven.
Deshalb ist die Videobotschaft von Innenminister Ulbig zum gemeinsamen Agieren gegen Rechtsextremismus missglückt. Er grenzt einen Teil von Menschen aus, die seit vielen Jahren gegen Nazis Gesicht zeigten und oft alleine gelassen wurden. Der Innenminister versuchte in einem Interview den Satz: „Antifaschismus ist nicht die richtige Antwort, sondern Demokratie“, zu erläutern. Hätte er gesagt: Allein Antifaschismus ist nicht die richtige Antwort, würde ich sagen: Ja, da hat der Minister nicht unrecht. Jedoch: Antifaschisten sind zwar nicht die besseren Menschen, aber sie sind Demokraten. Wir dürfen hier keine Spaltung zulassen. Denn das führte in den letzten Jahren zu immensen Problemen: Weil dadurch der Konsens der Demokraten gegen Nazis gefährdet wird. Uns eint die Verteidigung demokratischer Kultur, ob dies aus antifaschistischer, wertkonservativer, christlicher oder anderer Motivation heraus erfolgt!
Bei Aufmärschen und Aktionen des selbsternannten „Nationalen Widerstandes” handelt es sich nicht um eine abweichende politische Position. Die Bestrebungen dieser Gruppierungen zielen geradezu auf die Abschaffung von Verfassung und Demokratie, und das bedeutet – auch auf die Abschaffung des  Demonstrationsrechtes! Der Pfarrer Michael Kleim aus Gera schreibt nach dem 19. Februar 2011 hier in Dresden: „Einen besonderen Schutz des Grundgesetzes für Verfassungs- und Demokratiefeindlichkeit kann ich nicht erkennen, wohl aber das Recht der Zivilgesellschaft auf gewaltfreien Widerstand gegen solche Bestrebungen.“
Der Konsens, es wird friedlich blockiert, wurde leider von einer Minderheit gebrochen. Brennende Barrikaden, Autos und Gebäude sind keine antifaschistische Tat; dahinter steckt kriminelle Energie. Deshalb haben wir uns mehrfach und eindeutig davon distanziert. Deswegen müssen  Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte handeln. Jedoch ist es völlig unverhältnismäßig, wenn Tausende Gegendemonstranten unter Generalverdacht gestellt und Hunderttausende Handydaten gesammelt und ausgewertet werden.

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CDU/FDP verkaufen Staatsabbau als Modernisierung / Nein zum Standortegesetz – „Behördenwanderzirkus“

25. Januar 2012  Innenpolitik

Zur Abschlussberatung des Standortegesetzes im Sächsischen Landtag:

Die angebliche schwarz-gelbe „Staatsmodernisierung“ ist in Wirklichkeit ein ‚Staatsabbau‘, vollzogen durch einen undurchdachten Behördenwanderzirkus.
Auch wir sehen die Notwendigkeit einer Strukturanpassung in verschieden Bereichen der staatlichen Verwaltung. Allerdings sollte dies nicht nach politischen Befindlichkeiten einzelner Abgeordneter, sondern nach objektiven Kriterien und unter Beachtung unbedingter Wirtschaftlichkeit geschehen. Dies ist hier leider nicht zu erkennen.
So löst der unsinnige Umzug des Landesrechnungshofes nach Döbeln einen grotesken Dominoeffekt von Behördenverlagerungen aus. Laut der offiziell als „Rochade“ überschriebenen baulichen Umsetzungskonzeption des Sächsischen Standortegesetzes soll der Sächsische Rechnungshof in die Räumlichkeiten der Außenstelle des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Döbeln umziehen, das sich wiederum mit seiner Chemnitzer Zentrale in das Finanzamt Zschopau zu begeben hat. Die Mitarbeiter/innen des Finanzamtes Zschopau sollen im Amtsgericht Annaberg-Buchholz ein neues Zuhause finden, das aufgelöst und mit Marienberg ebendort durch einen Erweiterungsumbau des jetzigen Standortes fusioniert werden soll.
Bisher hat die Staatsregierung weder eine seriöse Kosten-Analyse noch ein tragfähiges Personalentwicklungskonzept vorgelegt. Beides sind aber unabdingbare Voraussetzungen einer Staatsmodernisierung, die diesen Namen verdient.
Für die Fraktion DIE LINKE gelten als Leitlinien des Modernisierungsprozesses in der öffentlichen Verwaltung in Sachsen die folgenden Punkte: Die Landesverwaltung erhält einen zweistufigen Aufbau. Die Aufgaben der jetzigen Landesdirektionen werden auf die Ministerien bzw. die Landkreise und Kreisfreien Städte oder Landesinstitutionen wie SAB, Staatsbetriebe und technische Ämter übertragen. Bei allen Umstrukturierungsmaßnahmen von Landesbehörden stehen die Bürgerinnen und Bürger bzw. die weiteren Nutzer mit ihren Bedürfnissen an Dienstleistungen sowie die Erfordernisse des Datenschutzes im Vordergrund. Schließungen von Standorten sind nur dann vertretbar, wenn eine qualitätsvolle Aufgabenerfüllung in einem kleinen Standort entweder gar nicht mehr oder nur unter sehr hohen Kosten gesichert werden kann. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind frühzeitig zu informieren und in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Wir müssen feststellen, dass diese Kriterien nicht im Ansatz erfüllt sind, aus diesem Grund müssen wir dem Gesetz unsere Stimme verweigern.

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Zum aufgetauchten Dossier Landesverband Bayern

25. Januar 2012  Partei

Im „Neuen Deutschland“ vom 23.01.2012 wurde über Folgendes berichtet:
„Für Entsetzen sorgte zeitgleich ein Bericht über ein angebliches Dossier, das Empfehlungen für die innerparteilichen Auseinandersetzungen im Landesverband Bayern enthält. Wie die »Süddeutsche Zeitung« schrieb, wird für 20 »Gegner« in den eigenen Reihen aufgeschlüsselt, wie diese gemobbt und politisch ausgeschaltet werden können. …
Reaktion auf Dossier von Rico Gebhardt, Stefan Hartmann und Antje Feiks

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Zur Aufhebung der Immunität von Janine Wissler und Willi van Ooyen

20. Januar 2012  Demo, Partei

Zur Entscheidung des Hauptausschusses des Hessischen Landtages, die
Immunität der beiden Fraktionsvorsitzenden der LINKEN, Janine Wissler und
Willi van Ooyen, aufzuheben:

Nun wurde also auch die Immunität der beiden Fraktionsvorsitzenden der
LINKEN. Hessen, Janine Wissler und Willi van Ooyen aufgehoben, um gegen sie juristisch vorgehen zu können. Nachdem die Immunität von André Hahn und Bodo Ramelow schon vor ein paar Monaten aufgehoben wurde, und sie mittlerweile Strafbefehle erhalten haben, ist damit auch bei den beiden
Fraktionsvorsitzenden aus Hessen zu rechnen.
Es ist unglaublich, dass – gerade angesichts des bevorstehenden 13. Februar 2012 und der erneut angekündigten Veranstaltungen der Neonazis -Fraktionsvorsitzende meiner Partei als engagierte Antifaschisten und Demokraten angeklagt, verurteilt und somit alle friedlichen Demonstrantinnen und Demonstranten als potenzielle Straftäter diffamiert werden. Ich hatte angenommen, dass nach dem Aufruf des Ministerpräsidenten von Sachsen, es mögen viele Menschen von außerhalb zu den friedlichen Protestaktionen nach Dresden kommen, Gericht und Staatsanwaltschaft in Dresden mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legten. Dem ist nicht so.
Wir werden uns aber nicht kriminalisieren lassen, wir als LINKE Sachsen sind solidarisch mit den vier Fraktionsvorsitzenden und allen anderen friedlichen BlockadeteilnehmerInnen von 2010 und 2011.
Wir nehmen vielmehr die Herausforderung an und werden uns um so mehr für den friedlichen Protest gegen die geplanten Aufmärsche der Neonazis engagieren und uns nicht einschüchtern lassen.
Ich fordere alle Mitglieder unserer Partei und alle demokratischen Kräfte
auf, am 18. Februar nach Dresden zu kommen, um den Nazi-Aufmarsch zu
verhindern.

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Kritik an Dresdner Polizeipräsidenten: Aufrüstung von Kroll passt nicht zur Abrüstung des Generalstaatsanwaltes

19. Januar 2012  Innenpolitik

Zu den Aussagen des Dresdner Polizeipräsidenten Dieter Kroll („Dresdner Neueste Nachrichten“ heute) mit Blick auf den 13. Februar („Polizei setzt weiter auf Handydaten“) :

Dresdens Polizeipräsident Dieter Hanitsch verlor wegen der Handydatenaffäre seinen Posten, und sein Nachfolger Dieter Kroll will mit massenhafter Handydatenausforschung nach Gutdünken weitermachen – damit bestätigt sich unser Verdacht, dass Hanitsch nur ein Bauernopfer war, dass gebracht wurde, damit sich in der Sache nichts ändert.
Seit der Abberufung von Herrn Hanitsch hat sich aber die Welt weiterentwickelt. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der Enthüllung einer Mordserie durch ein Nazi-Terrornetzwerk, das aus der Szene der extremen Rechten entstanden ist, die alljährlich in Dresden zu demonstrieren versucht (weshalb die sogenannte „Zwickauer Terrorzelle“ mindestens einmal auch persönlich mit dabei war), zeichnen sich Kurskorrekturen ab: Erstmals hält die CDU Protest gegen den Nazi-Aufmarsch in Sicht- und Hörweite für sinnvoll, und Sachsens Generalstaatsanwalt Fleischmann hat dieser Tage mit seinem Interview in der „Freien Presse“ einen bemerkenswerten Beitrag zur Deeskalation geleistet.
Zur Handydatenerfassung sagte Fleischmann: „Die Informationsflut hat die Polizei förmlich überschüttet. Der Erfolg war im Ergebnis bescheiden.“ Zum Polizeieinsatz im „Haus der Begegnung“ in Dresden und bei Pfarrer König in Jena: „Die Ermittlungsergebnisse bei der Durchsuchung in Dresden waren nicht befriedigend. Ziel war, die Verdächtigen zu ermitteln, die den Einsatz der gewalttätigen Steinewerfer steuerten. Dies ist uns nicht gelungen. Der Einsatz in Jena verlief nicht professionell.“ Herr Kroll wiederum schließt nicht nur eine erneute Anwendung der Handydatenabfrage nicht aus, sondern spricht martialisch von Wasserwerfern (im Winter!) und Räumpanzern.
Ich frage mich, was eigentlich gilt? Was der Generalstaatsanwalt im Interview sagt: Abrüstung, oder was der Polizeipräsident von Dresden erklärt: Aufrüstung. Schon alleine die Wortwahl trägt nicht zu Deeskalation bei, weil sich da nur bestimmte Gruppen herausgefordert fühlen. Wenn der Polizeipräsident der Meinung ist, er müsse seine Polizeitruppen in eine Schlacht führen, dann tun mir die einzelnen Polizisten leid. Deeskalation ist das Gebot der Stunde!
Ich fordere alle auf, sich friedlich in Dresden zu versammeln, wir wollen die Straßen und Plätze nicht den Nazis zu überlassen.

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Die Angst der Koalition vor einem Regierungswechsel in Sachsen

19. Januar 2012  Allgemein, Partei

Zu den Plänen der schwarz-gelben Regierung in Sachsen, eine Schuldenbremse in der Landesverfassung zu verankern:

Es ist schon sehr verwunderlich, dass die jetzige Koalition im Schnelldurchlauf eine Schuldenbremse in der Verfassung verankern will – ist es doch dieselbe Koalition, die bei Amtsantritt vollmundig erklärt hat, dass ihre Politik für die nächsten 10 Jahre angelegt ist. Wenn dann schon seit 2008 in der Haushaltsatzung des Freistaates ein Neuverschuldungsverbot steht, kann dass doch nur heißen, dass die Koalition damit rechnet, dass ab 2014 keine der beiden Parteien mehr der Landesregierung angehören wird.
Die Frage bleibt daher, für wen soll dann diese Verfassungsänderung durchgeführt werden? Haben die Koalitionäre Angst vor der nächsten Regierung, die nicht von ihnen gestellt wird? Die Debatte wirkt daher wie ein ängstlicher Schnellschuss. Uns geht es um eine nachhaltige Finanzpolitik unter Wahrung von strenger Einnahmen- und Ausgabendisziplin. Eine Verfassungsänderung macht man nicht nebenbei im Schnellschussverfahren.
Wenn die Koalitionäre der Meinung sind, nach 20 Jahren sollte es eine Diskussion geben um die Verfassung des Freistaates Sachsen, dann wird sich meine Partei dieser Debatte nicht verweigern. Wir hätte da ganz viele Vorschläge einzubringen.

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Ulbig ist größte Aufklärungs-Blockade – Erweiterung des Untersuchungsausschusses angemessene Antwort

18. Januar 2012  Innenpolitik

Noch am 14. Dezember hatte Innenminister Markus Ulbig (CDU) die Ablehnung der von den LINKEN geforderten Unabhängigen Untersuchungskommission zum Neonazi-Terrornetzwerk „Nationalsozialistischer Untergrund“, das über ein Jahrzehnt lang von Sachsen aus eine Serie von Morden und Banküberfällen beging, so begründet: Ein so komplexes Thema bedürfe eines unabhängigen Gremiums auf Bundesebene, in diesem Sinne sei die Innenministerkonferenz aktiv geworden. Nun aber („Länder-Boykott gegenüber Bund bei Aufklärung“, s. „Leipziger Volkszeitung“ von heute) wird öffentlich, dass bereits am 22. Dezember der damalige Chef der Landesinnenministerkonferenz die Auffassung vertrat: „Die parlamentarische Kontrolle der Tätigkeit der Exekutive in den Ländern obliegt ausschließlich den Landesparlamenten.“

Was gilt denn nun, Herr Ulbig? Alle Bundestagsfraktionen haben sich auf ein Aufklärungs-Paket von Untersuchungsausschuss und Untersuchungskommission geeinigt. Dies zu unterstützen müsste dem sächsischen Innenminister ein Herzensanliegen sein. Tatsächlich aber pickt sich Herr Ulbig immer nur willkürlich die Punkte aus der öffentlichen Diskussion heraus, die ihm einen Vorwand dafür liefern, Aufklärung über Behördenversagen bei der Verfolgung des in Sachsen ansässigen Nazi-Terrornetzwerkes zu vermeiden. Damit wird Sachsens Innenminister selbst zur größten Aufklärungs-Blockade. Wir sehen daher die einzige Möglichkeit, diese Blockade aufzulösen, in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Sachsen. Aus Gründen der Zeitökonomie, der Arbeitseffizienz und der politischen Logik sollte der Auftrag des bestehenden Untersuchungsausschuss, der sich bereits mit der sogenannten Akten- bzw. Korruptionsaffäre befasst, auf der Landtags-Sitzung nächste Woche entsprechend erweitert werden. Denn dieser U-Ausschuss beschäftigt sich genau mit der Abteilung des Verfassungsschutzes und mit weiteren Sicherheitsbehörden, die allesamt für die Bekämpfung eines solchen Terror-Netzwerkes zuständig gewesen sind.

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Ulbigs „Handlungskonzept“ ist PR-Luftblase – Generalstaatsanwalt Fleischmann sendet richtige Signale

16. Januar 2012  Innenpolitik

Zur heutigen Presseveröffentlichung „Finanzminister bremst Polizeiverstärkung aus“ (Morgenpost) und zum Interview mit Sachsens Generalstaatsanwalt Fleischmann („Spielraum beim Strafmaß“, Freie Presse):

Das vermeintliche „Handlungskonzept“ des Innenministers zur Bekämpfung rechtsextremistischer Gewalt ist offensichtlich eine PR-Luftblase, die bereits im Finanzministerium zerplatzt ist. Der von Minister Ulbig erweckte Eindruck, der besorgniserregende Personalabbau bei der Polizei werde womöglich nochmals korrigiert, ist erwartungsgemäß unzutreffend. Vielleicht sollte der Innenminister in seinem Terminkalender neben Hintergrundgesprächen mit Journalisten zwecks Vermarktung von Scheinprojekten Zeit für ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Finanzminister finden …Ich begrüße, dass Sachsens Generalstaatsanwalt den Sinn und Zweck der millionenfachen Handy-Überwachung im Zusammenhang mit den Protesten gegen den geplanten Naziaufmarsch in Dresden erstmals öffentlich in Zweifel zieht. Dies ist ein erfreulicher Erkenntnisfortschritt, ebenso Fleischmanns kritische Anmerkungen zu den Polizeieinsätzen im Dresdner „Haus der Begegnung“ und bei Pfarrer König in Jena. Auch dass Fleischmann gegenüber der extremen Rechten in Sachsen einen besonderen Handlungsbedarf sieht und schleppende Verfahren gegen Nazi-Gewalttäter bedauert, sind wichtige und gute öffentliche Signale. Unbeschadet unterschiedlicher Sichtweisen im Detail – insbesondere wo es um Datenschutz geht – verstehe ich die Äußerungen von Herrn Fleischmann als Versuch der Deeskalation in der Auseinandersetzung um den Umgang der Zivilgesellschaft mit Nazis in Sachsen. Es wäre mit Blick auf den 13. und 18. Februar in Dresden wünschenswert, dass die Strategie von Polizei, Justiz und Sicherheitsbehörden diesem Geist entsprechen wird.

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Landesvorstand zum Mitgliederentscheid / “Dialog für Sachsen” als Referenzprojekt

16. Januar 2012  Partei

Auf seiner Klausurtagung am Freitag und Samstag hat sich der Landesvorstand der sächsischen LINKEN zur Entscheidung des geschäftsführenden Parteivorstandes zum Mitgliederentscheid verständigt.

Der Landesvorstand und die Kreisvorsitzenden nehmen mit Bedauern zur Kenntnis, dass sich eine Mehrheit des geschäftsführenden Parteivorstandes gegen einen Mitgliederentscheid entschieden hat. Dennoch wird der Landesvorstand keine Überprüfung bei der Bundesschiedskommission beantragen. Wir werden aber, um in Zukunft rechtssichere Entscheidungen zu haben, versuchen, gemeinsam mit anderen Landesverbänden, eine Satzungsänderung dergestalt herbeizuführen, dass Mitgliederentscheide künftig auch zu Personalentscheidungen möglich sind. Das ist lediglich eine Konkretisierung der Intention der Satzung – innerparteiliche Basisdemokratie und Transparenz und entspricht den Grundaussagen des „Erfurter Programms“ der LINKEN.

Neben ersten Beratungen zum Aufbau der Wahlkampfstrukturen für die Wahljahre 2013/2014 will der Landesvorstand, den Gedanken der Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch aufnehmend, ein Referenzprojekt zur Umsetzung des Programms erarbeiten und dieses auf dem Göttinger Parteitag vorstellen.
Der Landesvorstand erhebt den „Dialog für Sachsen“ einschließlich seiner Bestandteile, also der bereits erarbeiteten und in Diskussion befindlichen Energiepolitischen Leitlinien, Sozialpolitischen Leitlinien, Bildungspolitischen Leitlinien, Kulturpolitischen Leitlinien, ebenso wie die zu erarbeitenden „Plan demokratisches Sachsen“, der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitische Thesen, der Sucht- und Drogenpolitischen Leitlinien, der kommunalpolitischen Leitlinien und ggf. weiterer im Prozess entstehender Grundsatzdokumente des in Folge zu erarbeitenden „integrierten Landesentwicklungskonzept für Sachsen“ zum sächsischen Referenzprojekt zur Umsetzung des Programms. Neben dem grundsätzlichen Anspruch der Grundsatzpapiere, betonen wir als wesentlichen Bestandteil des „Referenzprojektes zur Umsetzung des Programms“ unsere Methodik der öffentlichen, der parteiöffentlichen und der online-Debatte.

Der Landesvorstand Sachsen bietet den anderen Landesvorständen an, über den „Dialog für Sachsen“ ins Gespräch zu kommen und Arbeitsbeziehungen einzugehen.

Der Landesvorstand der LINKEN Sachsen hat die Durchführung eines landesweiten Kulturkonvents am 21. April 2012 in Leipzig beschlossen. Der „Kleine Parteitag“ von Anfang Juli 2011 erteilte den Auftrag, den Entwurf der kulturpolitischen Leitlinien breit in den Gliederungen der Partei als auch in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Seitdem haben in etlichen Kreisen schon Veranstaltungen stattgefunden, der Kulturkonvent soll einen Höhepunkt markieren und Gelegenheit bieten, mit Akteur/innen aus verschiedenen Kulturbereichen das Thema noch einmal grundlegend und aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu beleuchten und zu diskutieren.

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Ich bitte Ulbig, Videobotschaft zu Antifaschismus zu korrigieren: Konsens der Demokraten gegen Nazis gefährdet

13. Januar 2012  Innenpolitik

Ich habe heute an Innenminister Ulbig diesen Offenen Brief geschrieben:

„Sehr geehrter Herr Minister Ulbig, Sie haben zwar in Ihrem Interview mit MDR info
(http://www.mdr.de/sachsen/ulbig106_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html) Ihre Aussagen in dem Video „Staatsminister Ulbig über Rechtsextremismus“ (http://www.youtube.com/watch?v=AXij74X0dA8&feature=player_embedded) relativiert.

Dennoch sehen Sie „derzeit“ keine Veranlassung, Ihre Aussage im Video „Antifaschismus ist nicht die richtige Antwort, sondern Demokratie, Auseinandersetzung aus der Mitte unserer Gesellschaft heraus“ zu korrigieren. Mit Hilfe eines im Video nicht erwähnten Zitats erklären Sie nun MDR info, Sie hätten eigentlich sagen wollen, der Gegensatz zum Faschismus sei demokratische Kultur. Nun lassen sich aber Antifaschistinnen und Antifaschisten nicht für dumm verkaufen. Gerade im Zusammenhang mit den Protesten gegen den europaweit größten Naziaufmarsch in Dresden rund um den 13. Februar haben insbesondere auch die Vertreter/innen des Bündnisses „Dresden Nazifrei“, aber auch die darin mitwirkenden Organisationen und nicht zuletzt DIE LINKE immer wieder betont: Uns eint die Verteidigung der demokratischen Kultur, ganz unabhängig davon, ob dies aus antifaschistischer, wertkonservativer, christlicher oder anderer Motivation heraus erfolgt. Dies zu wiederholen, hieße Eulen nach Athen tragen.
Herr Innenminister, Sie wissen, dass ich mich immer für friedliche und damit auch gewaltfreie Protestformen gegen Nazis und ihre Gesinnungskumpanen ausgesprochen habe. Davon werde ich auch nicht abweichen, und ich habe mich auch immer dafür ausgesprochen, dass die Polizei nicht zum Feind und Gegner erklärt wird, nur weil sie den verfassungsrechtlichen Auftrag erfüllt, dass angemeldete Versammlungen stattfinden können. Sie aber konstruieren mit Ihrem Satz einen Gegensatz zwischen Antifaschismus und Demokratie und behaupten de facto, dass Antifaschisten keine Demokraten sind und aus der Mitte der Gesellschaft herauszuhalten sind. Das ist politisch verantwortungslos, geschichtsblind und stellt den Konsens der Demokratinnen und Demokraten im Vorfeld des diesjährigen 13. Februar in Dresden fahrlässig in Frage. Daher bleibe ich bei meiner Kritik:
http://www.linksfraktionsachsen.de/index.php?section=news&cmd=details&newsid=1823

Ich ersuche Sie deshalb ebenso herzlich wie dringend, Ihre Videobotschaft entsprechend zu überarbeiten, damit sie nicht zur Spaltung der Demokraten beim Umgang mit Nazis beiträgt.

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